Jahresbericht der FFW Crottendorf 2010

29.01.2011
Jahresbericht der FFW Crottendorf 2010

Unsere alljährliche Jahreshauptversammlung mit Wahl der neuen Wehrleitung fand am 29.01.2011 im Beisein unseres Bürgermeisters Bernd Reinhold und unseres Gemeindewehrleiters Rainer Päßler im Feuerwehrdepot statt. Wehrleiter Uwe Markert ließ dabei das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren. 2010 befanden sich in unserer Wehr 49 Kameradinnen und Kameraden. 5 Kameraden davon sind in der von Kamerad Roland Hübner geführten Alters- und Ehrenabteilung, die fest bei uns eingebunden ist. Außerdem gibt es seit letztem Jahr wieder eine Frauengruppe, die zur Zeit aus 4 Kameradinnen besteht. Sie helfen uns beim Organisieren von Festen und sind für die Chronik zuständig. Aber auch neue Mitglieder konnten gewonnen bzw. von der Jugendfeuerwehr übernommen werden.

Es fanden 14-tägig 25 Ausbildungsdienste statt. Dabei wurden 1480 Stunden geleistet ohne Lehrgänge, Untersuchungen, Öffentlichkeitsarbeit und Vor- und Nachbereitung. Die Teilnehmerzahl schwankte zwischen 26 und 34 Kameraden. In den Diensten wurde praktische und theoretische Ausbildung durchgeführt. Besonderen Wert legen wir auf sichere Beherrschung unserer Technik und Ortskenntnis in den Betrieben und Einrichtungen unserer Gemeinde. So konnten 2 Kameraden auf Kreisebene erfolgreich die PA-Ausbildung abschließen. Damit stehen uns 18 Atemschutzgeräteträger zur Verfügung.

Im Jahr 2010 wurden wir zu 27 Einsätzen gerufen. Diese gliederten sich wie folgt: 2 technische Hilfeleistungen mit eingeklemmten Personen nach Verkehrsunfällen, 5 technische Hilfeleistungen Beseitigung Ölspur, 4 Brände, 1 Tierrettung, 1 Menschenrettung mit verletztem Waldarbeiter, 1 Fehlalarm und 13 Einsätze durch Wasserschäden. Die 13 Einsätze durch Wasserschäden am 24.05. folgten auf ein Unwetter. Nach einen gemeinsamen Pfingstspaziergang waren wir noch bis spät in die Nacht auf den Beinen. Es wurden mehrere hundert Sandsäcke verbaut, um die Fluten in entsprechende Bahnen zu leiten. Mehrere Keller wurden ausgepumpt und ein Kuhstall trocken gelegt. Alles mögliche wurde getan, die Keller wieder trocken zu bekommen. Um so unverständlicher ist, das einige Bürger unseres Ortes die Kameraden, die ehrenamtliche Arbeit leisten, anpöbeln, beschimpfen oder als billige Servicekraft ansehen.
Bei allen Einsätzen kamen ohne Herstellung der Einsatzbereitschaft 540 Stunden zustande. Es hat sich gezeigt, dass die vorhandene Technik beherrscht wird und auch die Arbeit untereinander sehr gut funktioniert.
Viele Einsätze wurden zusammen mit der FFW Walthersdorf gefahren. Die Kameraden verstehen sich und arbeiten sehr gut miteinander, was nicht überall im Kreisgebiet so ist. Es fanden 4 große Übungen statt, bei denen 380 Stunden geleistet wurden.
Am 20.06. nahmen wir an der großen Abschlussübung der Notärzte-Tagung im Einschnitt zwischen Walthersdorf und Annaberg teil. Hier wurde ein Bahnunglück simuliert.
Am 15.09. fand eine Übung in der Grundschule statt und am am 1.10. eine Übung mit Löschwasserversorgung über lange Wegestrecken am neuen Domizil der Firma Crottendorfer Tischlerhandwerk GmbH in Walthersdorf.
Die letzte und wohl größte Übung war am 22.10. im Pumpspeicherkraftwerk Markersbach. Da wir seit 2010 fest zum Einsatzplan gehören, wurde das Zusammenspiel von Feuerwehren, Rettungsdienst, Bergwacht und anderen Einsatzkräften getestet. 170 Personen wirkten an dieser durchaus gelungenen Übung mit. Insgesamt kamen bei allen Einsatzübungen ca. 380 Stunden zusammen.

Kamerad Chris Nachtigall und Kamerad Ingo Lein kümmern sich um Wartung und Instandhaltung des umfangreichen Fahrzeug- und Geräteparks. Und dieser Park wächst ständig weiter. So war die größte Anschaffung im vorigen Jahr Dank der Firma HOPPE AG ein neuer Rettungsspreitzer. Eine wichtige Beschaffung; merkten wir doch bei den letzten Einsätzen, das der vorhandene Rettungsspreitzer den neuen Pkw`s und Lkw`s nicht mehr gewachsen war. Der alte Rettungssatz wurde repariert und bekam neue Schläuche und TÜV. Somit stehen der FFW Crottendorf 2 Rettungssätze bei Verkehrsunfällen für die schnellere und effektivere Befreiung von eingeklemmten Personen zur Verfügung.
Aber nicht nur Einsätze und Übungen standen auf dem Plan. So besuchten unsere Feuerwehr 4 Schulklassen und 5 Kindergartengruppen und ließen sich Fahrzeuge und Technik erklären. Eine Brandwache für die Faschingsveranstaltung im Möbelwerk wurde gemeinsam mit der FFW Walthersdorf gestellt. Zum traditionellen Maibaumstellen am 1. Mai wurde den zahlreichen Besuchern wieder ein umfangreiches Programm geboten. Im Juni besuchte eine Abordnung beider Wehren die weltgrößte Feuerwehrmesse „Interschutz“ in Leipzig. Wir sicherten den Inliner-Wettbewerb des Fördervereins „Neue Mittelschule“ ab. Auch beim Sommerfest wirkten wir nicht nur als Fußballmannschaft mit, sondern sicherten auch das Feuerwerk mit 10 Kameraden ab. Wir unterstützten die ev.-luth.Kirchgemeinde und den Schützenverein beim Martinstag und zur Kirmes beim Fackelumzug. Ein voller Erfolg war unser 5. Feuerwehrball im Deutschen Haus und auch unsere Weihnachtsfeier mit Theaterstück war wieder ein Höhepunkt.
Das wäre eigentlich schon alles, wären da nicht 2 Veranstaltungen, an die vor ein paar Jahren noch niemand gedacht hätte. Am 27.08.2010 fand die Grundsteinlegung für unser neues Depot statt. Neben einer Vielzahl von Einwohnern, waren auch Kameraden von Nachbarwehren, Gemeinderäte, Kreisbrandmeister, unser Bürgermeister, Vertreter der Gemeindeverwaltung und die Presse anwesend. Seit dem Spatenstich entwickelte sich eine Wiese zur Großbaustelle. Der Baufortschritt ist unübersehbar, sodas am 16.10.2010 Richtfest gefeiert und mit dem Innenausbau begonnen werden konnte. Wenn das Wetter mitspielt, können wir im April/Mai umziehen und vom 01.07. – 03.07.2011 135 Jahre FFW Crottendorf und Depoteinweihung feiern. Bis dahin sind dann ca. 1,4 Mio EUR verbaut. Die größte Einzelinvestition der vergangenen Jahre im Ort.
Zum Schluss noch ein kleiner Rückblick auf die letzten Jahre. Es wurden Neubeschaffungen in Höhe von ca. 350.000,- EUR auch Dank vieler Fördermittel getätigt. So wurden neben dem Tanklöschfahrzeug TLF 20/40 zahlreiche neue Rettungsgeräte und Zubehörteile beschafft, vorhandene Technik instand gesetzt bzw. überholt wie z.B. 2009 das Löschgruppenfahrzeug LF 8/6. Alle Fahrzeuge erhielten neue Reifen. Die Umstellung auf Digitalfunk läuft und neue Funkmeldeempfänger sind bestellt.
Dies waren und sind keine unnötigen Investitionen. Das Einsatzspektrum ändert sich ständig. Wir müssen heute Einsatzaufgaben lösen, an die wir früher nicht gedacht haben. Unsere Technik muss mit den Gegebenheiten und den Gefahren in den Betrieben bzw. den Neuentwicklungen in der Automobilindustrie mithalten, um effektiv und schnell unseren Bürgern helfen zu können. Auf das Erreichte können wir stolz sein.

In der Jungendfeuerwehr leitet Jugendfeuerwehrwart Frank Wendrock 11 Jungen im Alter von 9 – 15 Jahren. Er bringt ihnen wöchentlich das Rüstzeug für den späteren Dienst der aktiven Abteilung bei. Bei 87% Beteiligung teilten sich die 28 durchgeführten Dienste in 2/3 feuerwehrtechnische Ausbildung, z.B. Löschangriffe, technische Hilfeleistungen, Höhen- und Tiefenrettung und Erste Hilfe. Zu den anderen 1/3 Spiel & Spaß gehörten 2x Schwimmen in Crottendorf und Geyer, ein Zeltlager und Basteln in der Vorweihnachtszeit. Es wurde auch der Tag der Berufsfeuerwehr durchgeführt. Nach Frühsport, Frühstück und theoretischer Ausbildung mussten zwischendurch immer wieder kleinere Einsätze wie z.B. Containerbrand, Ölspur, Tierrettung und technische Hilfeleistung abgearbeitet werden. Am 1.Mai zeigten die Kinder ihr Können bei einer Schauübung vor Publikum. Eine eingeklemmte Person musste aus einem verunfalltem Pkw gerettet werden. Viele Gäste wunderten sich, wie die Kinder schon die Technik beherrschen. Erwähnenswert ist auch die gute Zusammenarbeit mit der Jugendfeuerwehr Walthersdorf.

Nachdem Uwe Markert und Frank Wendrock Ihre Rechenschaftsberichte vorgetragen hatten und auch unser Bürgermeister seine Ausführungen beendet hatte, fand die Wahl der neuen Wehrleitung statt. Dabei wurden Uwe Markert als Wehrleiter und Jens Schöning als Stellvertreter bestätigt. In den Feuerwehrausschuss wurden Sven Boenisch, Markus Nestler, Fred Schulz, Jörg Schwind und Benjamin Stimpel gewählt.

Zum Schluss dankte Wehrleiter Uwe Markert allen Kameradinnen und Kameraden für die stetige Einsatzbereitschaft und die geleistete Arbeit. Außerdem dankte er den Familienangehörigen für das Verständnis für unser außergewöhnliches Hobby und für das Zuhören und Dasein nach Einsätzen. Dank galt auch unserem Bürgermeister Bernd Reinhold, dem Gemeinderat, der Gemeindeverwaltung, besonders Fr. Fiedler, Fr. Richter und Fr. Peschke, unseren Sponsoren und allen Einwohnern für die Unterstützung der Feuerwehr.

Gut Wehr