Kurzchronik

Kurzchronik der FFW Crottendorf

In den 60er und 70er Jahren des 19.Jahrhunderts wurden auf Anregung des damaligen Oberlehrers Vogelsang aus Annaberg in den Städten und Gemeinden des oberen Erzgebirges Freiwillige Feuerwehren gegründet. Der Feuerlöschdienst, der bisher noch von Pflichtfeuerwehren als sog. Polizeidienst ausgeübt wurde, leitete damit die freiwillige Dienstbereitschaft der Bürger zur Mitarbeit in den Feuerwehren über.

Diese Anregungen fanden auch in Crottendorf und in den umliegenden Orten Widerhall. Der damalige Gemeindevorsteher Ehrhardt erließ Anfang 1876 einen Aufruf und 71 Bürger, vorwiegend Arbeiter und Bauern des Ortes meldeten sich freiwillig, um Gut und Leben der Bürger gegen Feuer und sonstige Gefahren zu schützen. So kam es am 16.März 1876 zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Crottendorf.

Bei der Gründung stand der Feuerwehr weder eine Löschspritze noch sonstiges Gerät zur Verfügung. Die erste Karrenspritze wurde im Mai 1876 von der damaligen Firma Flader aus Jöhstadt zum Preise von 293 Talern geliefert. Diese Spritze war noch 1926 in Betrieb.

Im Jahr 1926 bestand die Wehr aus 117 Mitgliedern. Es wurde sogar eine eigene Feuerwehrkapelle aufgebaut.
Es war mitunter nicht immer leicht, die Wehr einsatzbereit zu halten. So gab es gegen 1950 noch eine Ausrückezeit von 20 Minuten. Seitens des Kreisbrandschutzes wurden Lehrgänge aufgebaut, welche den Feuerwehrdienst niveauvoller gestalteten und gleichzeitig dem Ziel dienten, die Einsatzbereitschaft zu erhöhen.

Um den ständigen Nachwuchs in der Wehr zu sichern, arbeiteten seit 1958 “Junge Brandschutzhelfer” und ab 1964 wirkten Frauen im Bereich vorbeugender Brandschutz.

Seit der Wiedervereinigung haben sich die Aufgaben der Feuerwehr Crottendorf grundlegend weiterentwickelt. Bei einem Großteil der Einsätze wurde die Feuerwehr zur Technischen Hilfeleistung von Verkehrsunfällen gerufen. Die notwendigen Rettungsgeräte, Schere und Spreitzer wurden 1991 beschafft.

Die strukturelle und wirtschaftliche Entwicklung von Crottendorf machte es nötig, den bis dato überalterten Fuhrpark, 1995 durch ein neues und den Ansprüchen entsprechendes Fahrzeug vom Typ LF8/6 zu ergänzen.

Schließlich konnte 1997 durch die Zustimmung der Kommune das museumsreife Fahrzeug Typ P3 durch einen Mannschaftstransportwagen VW-T4 ersetzt werden.

Der Höhepunkt bei Fest zum 125jährigen Jubiläum im Jahr 2001 war zweifelsohne die Übergabe einer Feuerwehrfahne. Mit dem Spruch darauf “Helfen in Not – ist unser Gebot” wurde die Fahne feierlich geweiht.

Zwei neue Süffelpumpen und neue Schutzanzüge für die Kammeraden konnten kurz nach dem Hochwasser 2002 beschafft werden. Seit der Gründung 1876 hat die Feuerwehr in guten und in schwierigen Tagen ihre Einsätze stets nach besten Möglichkeiten und Können erfüllt. Die Jahrhundertflut im August 2002 hat gezeigt, das sich der Aufgabenbereich der Feuerwehren insgesamt ständig erweitert und das hierfür auch entsprechende Ausrüstung benötigt wird.